Online-Märchenabend zum Weltgeschichtentag

Feuer in der Nacht

Ein neuer Anfang

Jetzt im Frühling ist alles auf einen Neuanfang eingestellt.
Die Blumen und Bäume, die im Winterschlaf lagen, erwachen zu neuem Wuchs und neuer Blüte. Auch die Menschen fangen wieder neu an. Waren wir im Winter eher nach innen gekehrt, drängt uns jetzt alles wieder hinaus in die Natur.
Doch im Neuanfang liegt noch mehr: Der Aufbruch in eine neue Zeit, das Zurücklassen des Alten. Bis man jedoch neu anfangen kann, gilt es das Richtige zur rechten Zeit zu tun, vor allem Schwierigkeiten zu überwinden. Ob es den Märchenhelden wohl gelingt?

Bitte melde dich bis zum 17.03.21 bei mir an. Ich sende Dir den Zugangslink für den Märchenabend. Du kannst die Märchen entweder am Laptop oder mit dem Smartphone genießen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir freuen uns aber über eine Spende.

Das singende, springende Löweneckerchen

Großer Baum vor weißem Schloss

In diesem Märchen wünscht sich ein junges Mädchen von ihrem Vater ein singendes, springendes Löweneckerchen.

„Was in aller Welt, ist ein Löweneckerchen?“, habe ich mich gefragt und bei Wikipedia recherchiert:
Löweneckerchen ist das niederdeutsche Wort für Lerche.
„Gut, und was ist nun Niederdeutsch? Ich kenne die Begriffe Hochdeutsch oder Dialekt, aber was ist Niederdeutsch?“

Niederdeutsch heißt heutzutage Plattdeutsch oder Plattdüütsch. „Platt“ hat erstens die Bedeutung von flach. Das passt gut zu meiner Vorstellung, dass man plattdeutsch auf dem flachen Land spricht, also irgendwo in Norddeutschland. Zweitens hat „platt“ noch die Bedeutung von verständlich oder gewöhnlich. Plattdeutsch ist also die Sprache, die alle gut verstehen und sprechen können.

Niederdeutsch oder Plattdeutsch kann man inzwischen in den norddeutschen Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen sogar in der Schule lernen. Und das kam so:

Man hatte fest gestellt, dass immer weniger Menschen Plattdeutsch sprechen, weil es in den Familien nicht mehr als Muttersprache weitergegeben wird. Als in Deutschland im Jahr 1999 die „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ in Kraft trat, wurde auch das Niederdeutsche (oder Plattdeutsche) als Regionalsprache  in den Kreis der Chartasprachen aufgenommen. Deshalb kann man Plattdeutsch heute in der Schule lernen und wir alle können uns an so schönen Wörtern wie Löweneckerchen Deern (Mädchen) Möhm (Tante), Onkel (Ohm) oder Dörpstraat (Dorfstraße) erfreuen. Die Brüder Grimm könnten den Begriff „Löweneckerchen“ auch deshalb in ihr Märchen mit aufgenommen haben, um eine sprachliche Brücke zu dem in einen Löwen verwandelten Prinzen zu schlagen.

Neugierig geworden? Dann melde dich schnell zu dem Meeting „Grimms Märchen zum Gespräch, ‚Das singende, springende Löweneckerchen‘“ am Donnerstag, den 25. Februar von 10:00 – 11:30 Uhr an.

Merda – ein freches Märchen aus Italien

Wiese mit roten Blütentupfen, Laubbäumen und Gebirge

So, Frau Märchenerzählerin, denkst du vielleicht, so ein Wort sagt man wirklich laut und öffentlich?

Oder geht es dir wie mir und dir gefällt der Klang eines Wortes unabhängig von der Bedeutung?

Merda, ein Märchen aus Italien

Lausch doch mal rein und schreibe mir einen Kommentar.

Selten so gelacht!

Wolf im hohen Gras

Diese Woche fuhr ich mit dem Auto von hier nach dort. Dabei lauschte ich im Radio der Sendung „Eins zu Eins, der Talk mit dem Comiczeichner Olaf Schwarzbach (Künstlername Ol)“ auf Bayern Zwei.

Ol erzählte von seinen Corona-Märchen, Cartoons zu bekannten Märchen, vor allem Märchen der Brüder Grimm.

Wieder zu Hause habe ich mir die Cartoons gleich angeschaut und hier, auf der zweiten Seite, fünfzehn Märchen gefunden. Was habe ich gelacht!

Mir gefallen „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Aschenputtel“ und „Der Wolf und die drei kleinen Schweinchen“ am besten.

Schau doch mal rein. Welche Märchen gefallen dir besonders gut? Schreib mir bitte einen Kommentar.

Faszination Tierfilm – nicht nur für Menschen

Katze sieht fern

Tierfilme sind nicht nur für Menschen faszinierend, auch meine Katzen lieben sie…

Wieso kuckt sie so?

Was gibt es da zu sehen?

Aha, da bewegt sich was

‚Oh, wie interessant, ob mir das Viech schmecken könnte?‘

Lecker!

‚Ob ich’s wohl fangen kann?‘

‚Wo hat es sich versteckt?‘

Die Katze hat vor und hinter dem Fernseher nach dem Eichhörnchen gesucht. Aber es blieb verschwunden.

Adventskalender

Butterlampen

Hast du nicht gesehen, schon ist der November vorbei und der Dezember hat begonnen. Nun habe ich hier einen Adventskalender. Du kannst dir die Märchen zum Lesen und Lauschen von mir zusenden lassen oder sie auf der Webseite lesen und anhören.

Märchenpost für Dich

Seit dem 1. November versenden sieben Erzählerinnen und zwei Erzähler von der MÄRCHENERZÄHLEREI jeden Tag ein Märchen für alle, die ein Märchen anhören oder lesen wollen.

Russische Teeschalen und Samowar

Mit meinen Märchen nehme ich dich mit auf eine Märchen-Tee-Reise entlang der Seidenstraße von China bis nach Russland.
Ich liebe Tee, ganz besonders Tee aus dem Samowar, dem russischen Selbstkocher, denn im Samowar bleibt der Tee immer heiß und frisch.

sitzende Kamele
Wartende Kamele

Der erste Tee, der in Russland getrunken wurde, kam aus China. Früher war der Weg weit und dauerte über ein Jahr, denn die Kamele trugen den Tee auf ihren Rücken von China bis nach Russland. Da ist viel Zeit für Märchen und Geschichten aus China, der Mongolei und Russland.
Die Märchen, die ich erzähle, findest Du hier.
Im ersten Märchen erzähle ich, wie Shennong, der Göttliche Landmann, den Tee und seine Wirkung entdeckte.
Wenn Du auch Märchenpost bekommen willst, schreibe mir eine E-Mail oder fülle dieses Formular aus und schon am nächsten Tag kommt die Märchenpost.









Allerleirauh

Grauer Pelz
Allerleirauh

In diesem Märchen der Brüder Grimm nimmt ein Mädchen stark und mutig ihr Schicksal in die eigene Hand und befreit sich selbst aus einer unerträglichen Situation.

Den Text des Märchens findest du hier:
https://wilde-schwaene.de/maerchen/corona/allerleirauh/

Ich kenne viele Menschen, die sich gerne Märchenfilme anschauen. Ich mache mir lieber meine eigenen Bilder und schaue mir nur wenige, ausgewählte Filme an. Dennoch habe ich mir zwei Verfilmungen von Allerleirauh angeschaut:

Der erste Film entstand 1971 und wurde vom Schweizer Fernsehen für die deutsche und rätoromanische Schweiz (SF DRS) (Zürich) produziert, wurde aber erst 23.01.1977 im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt.

Einem jungen König ist die Frau gestorben. Auf Drängen seiner Räte schickt er seine Jäger aus, die eine Frau finden sollen, die genauso schön ist wie seine verstorbene Frau. Die Jäger verschleppen drei junge Frauen, davon eine Königstochter, die sich ihren Mann aber selbst auswählen will. Dennoch wird sie einfach mitgenommen. Der König wählt unter den drei jungen Frauen die Königstochter als Schönste aus und schickt die beiden anderen reich beschenkt nach Hause.

Die Königstochter stellt dem König nun die aus dem Märchen bekannten Aufgaben. Dem König gelingt es, die drei Kleider nähen zu lassen. Zur Verlobung schenkt er ihr ein goldenes Spinnrädchen, ein goldenes Krönchen und einen Ring. Danach verlangt die Königstochter vom König noch den Mantel aus tausenderlei Fellen und Rauchwerk.

Dem König gelingt es, auch dieses Gewand zu beschaffen. Dennoch will ihn die Königstochter am nächsten Tag nicht heiraten. Sie zieht ihren Pelzmantel an. Dieses Kleidungsstück entpuppt sich als figurbetonter Strickoverall mit Kapuze, der mit Pelz besetzt ist. Die Königstochter packt ihre Sachen und entflieht. Im Wald schläft sie ein und wird von den Jägern des Königs gefunden, Allerleirauh genannt und als Küchenhilfe zurück ins Schloss gebracht.

Nun wagt Allerleirauh keinen Fluchtversuch mehr. Stattdessen zeigt sie sich auf dem ersten Fest im Sonnenkleid mit Augenmaske und verliebt sich in den König. Sie legt ihm nach dem Fest den Ring in die Suppe. Beim zweiten Fest trägt sie das Mondenkleid und eine passende Augenmaske und legt ihm das Spinnrädchen in die Suppe. Beim zweiten Fest steckt ihr der Königbeim Tanzen einen Ring an den Finger. Das merkt Allerleirauh und nimmt ihn ab. Aber der Finger ist noch weiß. So erkennt der König unter dem Rauhtierchen die schöne Königstochter, in die er sich verliebt hat, zieht ihr die Kapuze vom Kopf und heiratet sie.

In diesem Film wird das Thema Inzest umgangen. Stattdessen wird der Konflikt zwischen den Machtansprüchen eines Herrschers (König) und der Sehnsucht nach individueller Freiheit und Liebe (Allerleirauh) dargestellt. Dadurch kommt es zu allerlei Ungereimtheiten, die der Film nicht erklärt:
Wieso lässt die verschleppte Königstochter nach ihrem Fluchtversuch auf diesen König ein, der Frauen nicht umwirbt, sondern einfach entführen lässt, weil er eine Ehefrau braucht?
Wieso erkennt der König die Kleider nicht, die er für seine Braut hat nähen lassen?

Wenn du dir den Film anschauen willst, führt dich dieser Link zum Film auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=2DcoF2y5O6Y

Der zweite Film wurde 2012 für die ARD gedreht. Dieser Film ist sehr anrührend. Er hält sich eng an den Märchentext, ist in sich viel stimmiger und wurde behutsam modernisiert durch interessante und wichtige Frauenrollen:

Die Köchin Birte, die die Vertrauensperson und Pflegemutter von Lotte, der Königstochter ist sowie Friederike, die Schwester des jungen Königs Jakob.

Die Rolle von König Jakobs Koch wurde aufgewertet. Der Koch Mathis ist genauso vertrauenswürdig und liebevoll wie Birte und wird zu Lottes Pflegevater.

Außerdem werden mit leichter Hand lose Fäden verknüpft und Fragen beantwortet, die das Märchen offen lässt:
Wie gelingt es der Prinzessin, sich zu verlieben, obwohl sie von ihrem Vater sexuell bedrängt worden ist?
Die Prinzessin hat schon lange von König Jakob geträumt.
Warum kann die Prinzessin besser kochen als der Koch? Wieso kann sie überhaupt kochen? Die Köchin Birte hat ihr das Kochen beigebracht.
Warum ist Allerleirauh gut genug, dass man ihr die Stiefel an den Kopf wirft?
Rasmus, der Freund und Ratgeber des Königs hat das getan und der König hat darüber gelacht.
Ganz besonders gut gefällt mir die Bedeutung der drei goldenen Gegenstände:
„Mit dem Ring gibst du ihm ein Versprechen. Mit dem Spinnrad spinnst du feine Fäden und mit dem Haspelchen wickelst du die Fäden auf.“

Dieser Film ist wunderschön. In der Mediathek kannst du ihn dir anschauen:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Allerleirauh,sendung62350.html