Wie viel einfacher ist es doch Märchen auszuwählen, sie zu erarbeiten, zu einem schönen Programm zusammenzustellen und zu erzählen als über sich und seine Arbeit als Märchenerzählerin zu erzählen und sichtbar zu werden! So hatte ich lange gedacht, aber diese Haltung wollte ich nun ändern.

Ich hatte mir für 2023 vorgenommen, auf allen Ebenen an meiner Sichtbarkeit zu arbeiten. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass dieses „sichtbar werden“ ein Tabubruch war. Für eine Frau mit dem Ullrich-Turner-Syndrom (UTS) war jahrzehntelang das höchste Lob: „Sie ist total unauffällig!“  In diesem Satz kommt das böse U-Wort gar nicht vor, so unauffällig und damit auch unsichtbar ist diese Frau: Man merkt gar nicht, dass sie das UTS hat. Das hat sie wirklich gut gemacht, oder? Nur… diese Haltung wird zur Gewohnheit und eine unsichtbare Märchenerzählerin bekommt keine Aufträge.

Das Sichtbarwerden hat mich sehr in Anspruch genommen und viel Kraft gekostet. Ich hatte mir noch viele, andere Dinge vorgenommen, aber das ist das Wichtigste: Ich habe es geschafft, ich bin aus meinem Mauseloch herausgekommen.

Feldforschung bei den Verbänden der Märchenerzähler*innen

Menschen am Feuer

Wer ist wer bei den Märchenerzähler*innen?

In den letzten Jahren hatte ich, auch Corona bedingt, kaum Kontakt zu Erzählenden, die nicht im Großraum Nürnberg aktiv sind. In diesem Jahr fragte ich mich: „Who is who in the world of storytellers?“ Wo fühle ich mich zugehörig? Wo will ich vielleicht sogar Mitglied werden?

Drei Treffen von Erzählenden fanden zu meiner Freude ganz in meiner Nähe statt. Deshalb besuchte ich alle drei:

  • Den Kongress der Europäischen Märchengesellschaft (EMG) in Würzburg
  • Die Märchentage der Märchenstiftung Walter Kahn in Münsterschwarzach
  • Das 1. Bayerische Märchenerzähler:innentreffen in München
Erzählerin am Bahnsteig Mainstockheim

Auf dem Weg zum Kongress der Europäischen Märchengesellschaft (EMG) in Würzburg

Beim Kongress der Europäischen Märchengesellschaft in Würzburg

Der älteste Verband ist die Europäische Märchengesellschaft (EMG). Sie wurde 1956 gegründet. Die EMG ist in Deutschland tätig. Weshalb heißt sie nicht Deutsche Märchengesellschaft? Ich habe gehört, dass die Gründungsmitglieder sich, gerade mal 11 Jahre nach dem Ende des Naziregimes nicht vorstellen konnten, eine Deutsche Märchengesellschaft zu gründen und international als Vertreter*innen der Deutschen Märchengesellschaft aufzutreten. Auf der Webseite der EMG heißt es: „Ihr Anliegen war von Anfang an „die Märchenforschung zu unterstützen sowie das Märchengut aller Völker zu pflegen und zu verbreiten, um damit zur Verständigung der Menschen untereinander beizutragen“ (aus der Satzung).“

Zu der Zeit als ich meine Ausbildung DornRosen machte, wurde die EMG als verknöcherter Verband wahrgenommen. Lauter altmodische Leute mit veralteten Ideen. Einige von denen, die damals so gegen die EMG wetterten, haben später den Verband der Erzählerinnen und Erzähler (VEE) gegründet und andere Schwerpunkte für ihre Arbeit gefunden.

Ich war also sehr gespannt auf den Kongess mit dem Thema „Übergänge – Märchen und Rituale“. Er fand in Würzburg statt. Meine Erzählkollegin Heike Appold bot mir während des Kongresses eine Übernachtungsmöglichkeit an. Dieses Angebot nahm ich gerne an.

Ich war sehr neugierig auf die Leute, die ich dort treffen würde und wurde angenehm überrascht: Es waren viele Märchenerzähler*innen dort. Immer wieder ergaben sich nette Gespräche auf Augenhöhe, vor allem, aber nicht nur mit den Märchenerzähler*innen. Das Anliegen von Sabine Lutkat, der Präsidentin ist: Alle Menschen, die sich mit Märchen beschäftigen, sollen in der EMG eine Heimat finden, die Liebhaber*innen, die Erzählenden und die Forschenden.

Sabine Lutkat hat Heike und mich sofort als Neulinge entdeckt und angesprochen. Es gab ein Kongressbüro in dem wir begrüßt wurden.

Vor jedem Vortrag wurde ein Märchen erzählt, auf das der/die Vortragende Bezug genommen hat.

Mir haben auch der Aufbau und der Ablauf gut gefallen, mit Eröffnungsvortrag und Abschlussveranstaltung. Da wurde echt der Sack zugemacht und schon die Brücke zum nächsten Kongress im Oktober 2024 geschlagen.

Die Märchenabende fand ich sehr interessant. Da gehe ich wieder hin: Offene, nette Leute und eine schöne, informative Veranstaltung! Und der Büchertisch war wirklich verführerisch… Kurz und gut, ich habe drei Bücher gekauft. Inzwischen bin ich sehr zurückhaltend beim Buchkauf, weil ich ja schon so viele Bücher habe. Irgendwo habe ich sie dann untergebracht im überfüllten Bücherregal. Mal schauen, zu welcher Gelegenheit ich die neu erworbenen Märchen erzählen kann…

Eisernes Pferd

Schon gesehen? Das ist ein Trojanisches Pferd – wie viele Männer passen wohl hinein?

„Die unheile Welt – Zerstörung und Erneuerung im Märchen“ –
Die Märchentage der Märchenstiftung Walter Kahn

Märchentage ist ein irreführender Begriff, finde ich, denn bei den meisten Märchentagen werden Märchen erzählt und das Vergnügen, Märchen zu erzählen oder den Erzähler*innen zu lauschen steht im Mittelpunkt. Das ist bei dieser Veranstaltung nicht so. Hier geht es um die Erforschung der Märchen. Auch das Abendprogramm war kein klassischer Märchenabend, sondern ein Bühnenprogramm mit Märchen, Mythen, einer Kurzgeschichte und biografischen Erzählungen mit Musik und Klängen. Ganz klar stand die Erzählerin im Mittelpunkt. Im Märchenzentrum DornRosen, wo ich meine Ausbildung zur Märchenerzählerin gemacht habe, hätten wir gesagt: „Sie ist keine Märchenerzählerin, sondern eine Geschichtenerzählerin. Eine Märchenerzählerin stellt die Märchen in den Mittelpunkt, eine Geschichtenerzählerin sich selbst.“

Ich wusste schon vorher, dass bei dieser Veranstaltung kaum Märchen erzählt werden, denn ich war nicht zum ersten Mal dort. Allen Vorerfahrungen zum Trotz dachte ich dennoch: ‚Das Thema ist so interessant und brandaktuell. Was für Märchen werde ich da wohl hören?‘

Im Gegensatz zum Kongress der EMG war es eine eher unpersönliche Fachtagung. Man musste sich im Tagungshaus selbst zurecht finden, die Unterlagen lagen auf dem Tisch im Tagungsraum bereit.

Bei dieser Veranstaltung fühlte ich mich als Märchenerzählerin wie eine Exotin, denn es waren vor allem Forschende anwesend, die sich fast alle gut kannten. Viel wichtiger als der Inhalt der Märchen war die korrekte Einordnung des Textes nach Alter, Fundort, Sammler*in usw. Demzufolge wurden die erwähnten Märchen nicht vorgetragen, sondern vorgelesen.

Bei diesem aktuellen Thema hätte ich mir mehr inhaltliche Auseinandersetzung mit den Märchenthemen gewünscht.

Wirklich berührt haben mich zwei Vorträge:

  • Kristin Wardetzky (Berlin): „KRIEG. Die Vernichtung Trojas in Epen und Dichtungen des antiken Griechenland“
    Die Ilias (der Trojanische Krieg) ist wirklich lang. Deshalb hat Kristin Wardetzky nur ausgewählte Verse vorgetragen und ihren Vortrag unter den Überbegriff „Zorn“ gestellt, Achilles als Helden demontiert und seine Rohheit herausgestellt: Achilles schändete die Leiche des von ihm getöteten Trojaners Hektor. Der kleine Sohn von Hektor und Andromache, Astyanax, wurde nach der Eroberung Trojas von der Stadtmauer heruntergworfen und so getötet. Die Quellen sind uneinig: Der listenreiche Odysseus, der Held der Odyssee, hat es entweder selbst getan oder es den siegreichen Griechen geraten.
    Kristin Wardetzky hat aus der Tragödie „Die Troerinnen“ des antiken griechischen Dramatikers Euripides zitiert, die sich mit dem schweren Schicksal der Frauen beschäftigt, nachdem der Krieg um Troja verloren war. Die Frauen wurden nach Griechenland verschleppt und zur Beute der Sieger. Kristin Wardetzky erzählte von Hekabe, der Gattin des Trojanerfürsten Priamos, ihren Töchtern Kassandra, Andromache und Helena, um deren Rückkehr der Trojanische Krieg geführt wurde.
  • Dr. Dorota Sadowska (Warschau): „Die unheile Welt. Polnische Kinder erzählen in Zeichnungen
    vom Krieg“
    Es waren Bilder einer Ausstellung, die mich tief berührt haben, denn die Kinder haben kein Thema ausgelassen. Sie haben richtige Bildergeschichten erzählt: Die Soldaten, die in die Wohnung kommen und die Mutter verhören, die Mutter wird ins Gefängnis abtransportiert, sitzt im Gefängnis und zum Schluss steht der Sarg im Zimmer.
    Es waren aber nicht nur die Bilder Polnischer Kinder zu sehen. Die Ausstellung zeigte auch Bilder Ukrainischer Kinder. Die Themen waren dieselben, nur die Mittel, die die Kinder zur Verfügung hatten, haben sich geändert.
    Die Polnischen Kinder hatten nach dem 2. Weltkrieg nur einfaches Papier und Blei- oder Buntstifte zur Verfügung. Die Ukrainischen Kinder malten Bilder am Computer u. a. im Stil von japanischen Mangas.
    Das Leid der Kinder wurde, unabhängig von den vorhandenen Materialien, deutlich. Es war der Widerspruch zwischen den modernen Materialien und diesem entsetzlichen und menschenverachtendem Krieg, der sich wie ein Relikt aus der Antike anfühlt, der mich sehr berührt hat. Es ist  regelrecht archaisch, einen Krieg anzufangen und aufrecht zu erhalten, um die eigenen Ziele durchzusetzen, koste es, was es wolle!

Jeder weiß, was ein Krieg bei Menschen anrichtet, nicht nur bei den Menschen, die ihn er- und durchleben, sondern auch mit Kindern und Enkelkindern. Und doch werden immer noch Kriege geführt.

Der Höhepunkt der Märchentage war die Verleihung des Europäischen Märchenpreises 2023 an Prof. Dr. Holger Ehrhardt für seine Tätigkeit als Grimm- und Märchenforscher. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit hat er Briefe und andere Dokumente der Brüder Grimm für die Nachwelt aufbereitet. Der Lutz-Röhrich-Preis ging an Mara Hoffman für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Das Dornröschen der Pfalz“ – ein kulturanthropologischer Blick auf das Märchendorf Dörrenbach“. Beide Preise wurden im Schelfenhaus in Volkach verliehen. Die Reden der Laudator*innen und der Preisträger*innen waren kurz und schwungvoll. Auch wenn es mir als Märchenerzählerin nicht so wichtig ist, zu wissen, welche Beiträgerin genau ein bestimmtes Märchen zur Sammlung der Kinder- und Hausmärchen beigetragen hat, so war es doch ein Vergnügen dem Preisträger zuzuhören, der dem Publikum voller Begeisterung und mit ausladender Gestik über ausgewählte Details seiner Forschungsarbeit erzählte.

 

 

Zuganzeige am Bahnhof

Zugfahrt nach München zum 1. Bayerischen Erzähler:innentreffen

Das 1. Bayerische Erzähler:innentreffen in München

 

Dieses Treffen wurde ausgerichtet vom Verein Erzählkunst Bayern e.V., der Mitglied beim Verband der Erzählerinnen und Erzähler (VEE) ist. Sie haben alle Erzählenden in Bayern eingeladen, deren Adressen sie hatten. Fast alle anderen Teilnehmenden waren keine Mitglieder beim VEE. Mir war wichtig herauszufinden, wie sich der VEE von der EMG unterscheidet. Was sind das für Leute, die in Bayern Märchen erzählen? Außderdem wollte ich die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und ein Märchen erzählen, um als Erzählerin sicht- und greifbarer zu werden.

Am Vor- und Nachmittag haben wir in der Form von Barcamps Themen diskutiert, am Abend haben wir uns gegenseitig Märchen erzählt, um uns besser kennenzulernen.

Interessant fand ich die Themen Cultural Awareness und auch die Überlegungen zu den Themen: „Sind bestimmte, in den Märchen tradierte Geschlechtsrollen noch zeitgemäß? Können Märchen auch anders erzählt werden? Wie können wir ungewöhnliche Auftrittsorte, wie bspw. eine Bar, für Märchenveranstaltungen finden?“

Ich bin stolz darauf, die Bühne, die mir angeboten wurde, angenommen zu haben und mich mit einem Märchen gezeigt zu haben, das zu meinen Lieblingsmärchen gehört.

Ich habe das Märchen der Jakuten: „Der Hirsch mit dem zwölfzackigen Geweih“ erzählt. Darin sind zwei Lieder sehr wichtig: Ein Lied, das die Heldin selbst oft gesungen hat und ein zärtliches Kinderlied, gesungen von ihrer Großmutter. Ich habe zwei Lieder auf mongolisch gesungen, nämlich das Zugvogellied und ein Wiegenlied. Mir war es wichtig die Kultur der Jakuten erfahrbar zu machen. Ich spreche nicht jakutisch, aber ein ganz klein wenig mongolisch. Beide Sprachen sind Turksprachen, also miteinander verwandt. Deshalb habe ich  mich für diese Variante entschieden.

Zusätzlich habe ich noch Klänge integriert, wie ich es in dem Workshop bei Momo Heiß und Viktoria Behem gelernt und an diesem Märchen erprobt hatte.

Ich war sehr zufrieden mit meiner Darbietung, vor allem weil ich vor Fachpublikum ruhig und gelassen erzählen konnte.

Auf-dem-Reinighof

Tiny House und Bauwagen auf dem Reinighof

Fortbildung

Dieses Jahr habe ich viel Zeit und für meine Verhältnisse viel Geld ausgegeben, um mein Marketing zu verbessern, um nicht nur persönlich oder als Erzählerin, sondern auch mit meinem Geschäft weiter zu kommen. Als Sozialberuflerin ist Marketing etwas ganz Neues für mich, besonders das Selbstmarketing. Da braucht man ein ganz anderes Mindset. Als Sozialberuflerin war es meine zweite Natur vom Klientel her zu denken: ‚Können sie sich das wirklich leisten? Ach, diesen Auftrag will ich unbedingt haben! Sie werden ihn mir nicht geben, wenn ich zu viel verlange! Ach nein, da gehe ich lieber im Preis ein wenig runter!‘ Mir hat Meike Hohenwarters Ausspruch wirklich geholfen: „Du kannst nicht in das Portemonaie deiner Kunden hineinschauen. Also, mach dich nicht abhängig von dem Gefühl, dass sich die Kunden dich nicht mehr leisten können, wenn du ein angemessenes Honorar verlangst!“
Außerdem wollte ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten als Erzählerin verbessern.

 

 

  1. Ich hoch 3 – Unternehmertum beginnt im Kopf“ bei Meike Hohenwarter, der Onlinekurs-Queen aus Österreich. In diesem Kurs ging es darum, sich das Mindset einer Unternehmerin zu erarbeiten. Das geschah durch gemeinsame Co-Creations zu den Themen Business-Basics, Produktivität und Persönlichkeit. Außerdem gab es eine 21-Tage-Challenge unter dem Titel „Anders sichtbar – sichtbar anders“, die unter dem Titel „Zeige deine Arbeit“ stand.
    Das Wichtigste aber waren die Wochenreflexionen, jeden Montag um 8:30 Uhr eine Stunde lang.
    Die Fragen waren denkbar einfach und effektiv: „Was war gut? Was war schlecht? Was lerne ich daraus? Was plane ich für diese Woche?“ Jede Teilnehmerin beantwortete für sich die Fragen. Danach gab es einen kurzen Austausch und gegebenenfalls ein paar Tipps von Meike.
    8:30 Uhr am Montag ist nicht meine Zeit! Aber ich habe dieses gemeinsame Reflektieren sehr genossen! Es hat mich wirklich weiter gebracht und mich in meinem Selbstverständnis als Märchenerzählerin gestärkt.
    Leider hat Meike den Kurs eingestampft, dennn an den Montags-Reflexionen nahmen immer weniger Teilnehmende des Kurses Ich hoch 3 teil, sondern vor allem Teilnehmende aus ihrem Mentoring-Programm Quantum Leap. So war das nicht gedacht, denn die Quantum-Leaper haben ihre eigene Reflexion beim Wochen-Kickoff. Ich war die Einzige aus dem Kurs, die dieses Angebot voll ausgekostet hat.
  2. Sichtbarkeitstraining bei MiRi-Coaching
    Hinter MiRi-Coaching stehen Michael Lukas und Riikka Haas. Ich bin den beiden bei Homodea begegnet und war von ihrer klaren, liebe- und humorvollen Art begeistert! Sie haben außerdem die Fähigkeit Gruppen mit freundlichen Leuten aus den unterschiedlichsten Bereichen aufzubauen und gute, weiterführende Fragen zu stellen. Das ist für mich sehr bereichernd. Dabei bleibe ich!
  3. Fokus-Training bei Janneke Dijnmijer „Blog your thing!“ aus Österreich
    Bei meiner Arbeit mit Meike habe ich gemerkt, dass es mir schwer fällt, den Fokus auf mein Geschäft als Märchenerzählerin zu halten und meine Arbeitszeit zu strukturieren. Also habe ich mir das Fokus-Training gebucht. Janneke arbeitet zwar mit  dem Onlinetool Asana und nicht mit Notion, wie Meike, aber ich hoffte, dass ich mit dem einfacheren Tool besser klar kommen würde als mit Notion. Weit gefehlt! Außerdem gab es keine Möglichkeit die Wochenreflexionen von Notion auf Asana zu übertragen. Aber gut, einen Versuch war’s wert.
  4. Momo Heiß und Viktoria Behem: Storytelling und Naturverbindung
    „Naturmusik und Geschichtenklang“ auf dem Naturzeltplatz Reinighof und Online „Geschichtenerzählen und (dich) mit der Natur verbinden
    Nach beiden Kursen hatte ich das Gefühl, reiche Beute gemacht zu haben.
    Ich finde, dass Klänge viel für Märchen tun können: Sie geben ihnen Volumen, setzen Akzente, lenken die Aufmerksamkeit der Zuhörenden und helfen ihnen, zwischen den Märchen eingesetzt, ein Märchen loszulassen und sich auf das nächste Märchen einzustellen. Das alles wollte ich lernen, naja nicht alles, aber wenigstens die ersten Schritte gehen. Der verblüffendste Rat bei dem Workshop „Naturmusik und Geschichtenklang“ war: „Setze dort Klänge ein, wo es in dem Märchen keinen Klang gibt!“
    Ich war zu meiner großen Überraschung während des Workshops so von der Natur, den Klängen und den Geschichten erfüllt, dass ich das ganze Wochenende über nicht gelesen habe (was ich sonst immer tue) und auf der ganzen, langen Heimfahrt anstelle Bayern 2, dem Bildungssender des Bayerischen Rundfunks, zu lauschen, Musik gehört habe, Classic Rock nämlich.
    Beim Onlinekurs habe ich gelernt, wie ich mit Kindern oder Erwachsenen eine Geschichte erfinden kann. Wir haben über drei Abende hinweg eine Abenteuergeschichte erfunden. Ich kann mir nun gut vorstellen, mit Kindern eine Geschichte zu erfinden und auch Erwachsene zu begeistern. 
  5. Ich habe an drei Blogchallenges von Judith Peters teilgenommen, nämlich „Blog your purpose“, das „Blogtoberfest“ und den „Jahresrückblog“. Es hat wieder viel Spaß gemacht, in der Gruppe zu bloggen, Neues über das Bloggen zu lernen und mich den Herausforderungen zu stellen.
  6. Nach dem „Blogtoberfest“ bin ich in die „Blogsuite“ von Judith Peters eingetreten, vor allem um meine Webseite etwas aufzuhübschen und sie endlich mit einer Über-mich-Seite, einer Startseite und einer Angebotsseite auszustatten. Das ist mir nicht geglückt. Ich bin bei der Über-mich-Seite hängen geblieben. Macht nichts! Die Kurse zu den Themen Über-mich-Seite, Startseite und Angebotsseite kann ich auch 2024 nacharbeiten.
Das Gesicht der Erzählerin

Am Wöhrder See bei den Stadtverführungen

Meine Veranstaltungen 2023

Märchenerzählerei

Märchen im Turm

Dieses Jahr habe ich an fünf Abenden mit großer Freude bei „Märchen im Turm“ erzählt. Ich bin von Anfang an, nämlich seit 2009 dabei. Seit 2020 erzählen wir in der Stadtmauer am Spittlertorturm. An jedem Abend erzählern drei Erzähler*innen, wovon eine als Herrin bzw Herr des Abends die Leitung hat, das Thema und den Ablauf bestimmt. Ich war bei den Themen „Listig, kühn und weise“ und „Nasreddin Hodscha“ die Herrin des Abends. Außerdem war ich beim Jubiläum „Zweimal sieben auf einen Streich“, „Spiegel – Zauber und Magie“ und „Da war aller Not ein Ende“ zu erleben.

Ich nütze diesen Veranstaltungsort gerne, um Neues auszuprobieren und habe meine neu erworbenen Kenntnisse aus dem Workshop „Naturmusik und Geschichtenklang“ bei zwei Märchen vor Publikum getestet. Es kam gut an. Ich freu mich!

Grimms Märchen zum Gespräch

Auch dieses Jahr habe ich zwei Märchen erzählt und gemerkt, dass diese Veranstaltungsreihe aus mehreren Gründen nicht mehr zu mir passt: Die Vorbereitung kostet Zeit und ich erarbeite Märchen, die ich nicht oft erzähle. Die Anfahrt zum Veranstaltungsort und das Parken dort kosten Geld. Oft hatten wir kaum Gäste.
Für den Austausch unter Märchenerzählerinnen habe ich den Märchenzirkel.

Volkmärchen und Sagen zum Gespräch – online

Innerhalb dieser Reihe habe ich dreimal regulär Märchen erzählt, die ich selbst ausgewählt hatte und eine Erzählerin zweimal vertreten, die aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. ich mag diese Veranstaltungsreihe sehr gerne, weil ich mich gerne mit anderen Menschen über Märchen austausche.

Märchen am Ofenfeuer bei Reingard Fuchs

Das ist eine besondere Reihe zum Jahresbeginn. Da gibt Reingard Fuchs die Themen vor und wir anderen tragen uns dann bei dem Thema ein, das uns gefällt. Ich habe beim Thema „Winterskälte“ das Märchen „Russischer Winter“ erzählt. Es ist eines der wenigen russichen Märchen, die ich zur Zeit gerne erzähle, denn es handelt von einer mutigen Einsiedlerin standhaft und die sich selbst treu bleibt, obwohl ein entsetzlicher Krieg immer näher kommt.

Die Nürnberger Stadt(ver)führungen

Als Nürnberger Lokalpatriotin bin ich jedes Jahr seit 2011 dabei. Ich finde es faszinierend, welche Themen sich das Kulturbüro der Stadt Nürnberg jedes Jahr ausdenkt und was sich daraus alles machen lässt. Bei den Stadt(ver)führungen werden jedes Jahr über 11000 Führungen angeboten. Die Eintrittskarte, ein Türmchen, gilt am ganzen Wochenende. Dieses Jahr habe ich nicht nur im Turm erzählt, sondern auch am Wöhrder See mit meiner Kollegin Heike Appold zwei Gruselführungen angeboten. Ich habe mich gefreut, endlich wieder gruselige Märchen erzählen zu können! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Am dritten Wochenende im September ist es wieder so weit.

Eigene Veranstaltungen

Der Märchenzirkel

Ich biete den Märchenzirkel viermal im Jahr im Kulturladen Nord (KUNO) in Nürnberg an. Bei diesem Treffen erzählen sich Märchenerzählende gegenseitig Märchen und tauschen sich darüber aus. Dieses Jahr waren es die Themen: Hoffnung und Zuversicht, Neid und Missgunst, Arm und Reich, Sagen und Märchen aus der Heimat.

Der Weltfrauentag

Zu meiner großen Freude wurde ich  von der Ortsgruppe der Grünen in Höchststadt eingeladen, Märchen über starke Frauen zu erzählen. Im Anschluss haben wir über die Märchen gesprochen. Bei der Vorbereitung des Abends habe ich mich an Ilse Weber erinnert und beschlossen, nicht nur Märchen über starke Frauen zu erzählen, sondern auch über eine starke Frau zu erzählen, die tatsächlich gelebt hat. Besonders schön ist, dass Ilse Weber auch Märchen für jüdische Kinder geschrieben hat. Eines dieser Märchen, die sehr vergnüglich zu lesen sind, handelt von einer alten, armen, kranken Frau, der ein Unsichtbarer zur Seite steht. Sie hält ihn für einen Engel, den ihr Gott zur Hilfe gesandt hat. In Wahrheit ist es Mendel Rosenbusch, dem Gott die Gabe verliehen hat, sich unsichtbar zu machen und der den Menschen hilft.

Der Weltgeschichtentag mit dem Thema „Together we can!“

Ich habe mit meinen beiden Kolleginnen Heike Appold und Monika Weigel einen Online-Märchenabend unter dem Thema „Gemeinsam pack mer’s!“ (für nicht-Franken: Gemeinsam schaffen wir’s) angeboten. Wir haben Märchen erzählt und ich habe aus den Begriffen der Teilnehmenden eine Geschichte gemacht und sie als Abschluss erzählt.

Märchen am Lagerfeuer in Eschenau

Ich bin seit 2019 Kursleiterin beim Ferienprogramm in Eschenau und erzähle zu wechselnden Themen „Märchen am Lagerfeuer“. Dieses Jahr war das Wetter extrem: Beim ersten Termin war es so heiß und die Sonne schien auch um 19 Uhr noch so stark, dass wir in den Schatten gehen mussten. Zwei Wochen später war es kalt und nass. Wir versammelten uns nicht ums Lagerfeuer, sondern in der Küche. Es gab kein Stockbrot, wie gewöhnlich, sondern Pizza!

Erzählen bei den Kolping-Senioren

Unter dem Titel „Ein bunter Märchenstrauß“ habe ich alle Märchen der letzten Wochen und Monate ausgewählt, mit denen ich die SeniorInnen erfreuen wollte. Der Auftrag kam sehr kurzfrsitig rein, zwei Tage vor derm Veranstaltungstermin. Da konnte ich nur die Märchen erzählen, die ich gerade parat hatte. Es ist mir geglückt, sie zu einer schönen Märchenstunde zusammen zu stellen und den SeniorInnen einen interessanten und vergnüglichen Nachmittag zu bereiten.

Märchenstunde bei dem Ortsverband der CSU in Dormitz für Kinder von 5 – 99 Jahren

Diesen Auftritt hatte ich meiner Kollegin Zorica Otto zu verdanken. Es waren etwa 40 Zuhörende, Kinder, Eltern und Großeltern gekommen, an einem Wochentag! Wir haben Märchen aus dem Wald erzählt. Es gab Kaffee und Kuchen und ein kleines Geschenk für die Kinder. Es war eine schöne Veranstaltung für Familien.

Weihnachtsmarkt Schwarzenbruck

Zu dieser Zeit lag Schnee und es war schön auf einem Weihnachtsmarkt zu erzählen. Die Veranstalter hatten ein Märchenzelt aufgebaut, in dem die Zuhörenden auf Bierbänken sitzen konnten. Für mich gab es einen Stuhl und einen Tisch, den ich zum Märchentisch machen konnte. Die Musik auf dem Weihnachtsmarkt war so leise, dass ich gut erzählen konnte. Die Kinder kamen grüppchenweise auf dem Weg zum Kettenkarussell bei mir vorbei. Ich erzählte ihnen die Märchen, von denen ich glaubte, dass sie ihnen gefallen könnten und hatte kein festes Porgramm. Die einen sind länger geblieben, andere sind nach ein oder zwei Märchen wieder aufgestanden.

Adventure im Schloss Eysölden

Dieser Weihnachtsmarkt ist etwas ganz Besonderes für mich. Das fängt schon mit dem Wortspiel Advent – adventure an und dass es ein echtes Schloss ist, in dem er statt findet. Wann und von wem das Schloss Eysölden erbaut wurde, ist unbekannt, erst der erste Besitzerwechsel 1147 ist urkundlich belegt. Bei jedem Weihnachtsmarkt gibt es ein leckeres Menü. Dieses Jahr erzählte ich im 2. Stock in einem der Gästezimmer. In diesem Zimmer wollte ein Gast am selben Abend übernachten. Damit es auch wirklich warm wurde und zwar nicht nur die Luft, sondern auch die Wände, wurde der Ofen den ganzen Tag über tüchtig eingeheizt. Es war richtig warm im Zimmer. Ich erzählte zweimal und hatte jedes Mal ein anderes Thema.
Außerdem habe ich meine mongolische Freundin Tungaa getroffen, die Filzkleidung aus der Mongolei verkauft hat und mit ihr geplaudert. Ich träume davon noch einmal mit ihr als Reiseleiterin eine Reise in die Mongolei machen.

Märchentisch

Spontan und flexibel

 

  1. Ein Märchennachmittag für die Kolping-Senioren in Neunkirchen am Brand
    Der Auftrag kam erst 2 Tage vor dem Termin herein, also konnte ich nur die Märchen erzählen, die ich gerade parat hatte.
    Mir hat es so gut getan, zu erkennen, wie viel Freude es mir macht, meine Märchen ganz spontan auszupacken, zu einem neuen Programm für eine Zielgruppe, die ich schon kannte, zusammenzustellen und es spontan zu präsentieren.
  2. Märchen erzählen beim Weihnachtsmarkt in Schwarzenbruck
    Auch dieses Angebot kam relativ kurzfristig. Die Märchen, die ich erzählen wollte, hatte ich schon jahrelang immer wieder in Kindergärten oder Grundschulen erzählt. Die Kinder kamen eher tröpfchenweise bei meinem Erzählzelt vorbei. Ich habe sie mir angeschaut und dann die passenden Märchen ausgewählt. Die Kinder blieben einfach so lange, wie sie wollten. Ein Mädchen in einem rosafarbenen Schneeanzug hat mich herausgefordert und noch andere Märchen hören wollen, nämlich vom Krokodil und von der Glocke. Nachdem ich die anderen Kinder gefragt hatte, ob sie diese Märchen auch hören wollten, habe ich zuerst das Märchen „Warum das Huhn und das Krokodil miteinander verwandt sind“ erzählt. Was es mit diesem Märchen auf sich hat, habe ich in dem Blogartikel „Ein Katz und Mausspiel“ veröffentlicht. Danach habe ich noch das Märchen „Das Glöckchen“ aus Japan erzählt. Den Text kannst du auf der Webseite „Weil es dich gibt“ nachlesen. Es macht mir so viel Spaß, spontan auf die Wünsche meines Publikums einzugehen! Es ist ein ganz anderer, intuitiver Zugang, wenn ich mit meinem Sack voller Märchen komme und mal schaue, was ich erzähle oder was noch dazu kommt, als wenn ich ein Programm mit einem vorbereiteten Ablauf erzähle. Wenn ich mir ein Kind oder mehrere anschaue und denke: „Ja, das könnte passen!“ und einfach loslege.
Fliege in Schmetterlingsform

Josefs Fliege sieht aus wie ein Schmetterling

Da ist mehr drin – schöne Angebote

  1. Starke Frauen – mein Angebot zum Weltfrauentag
    An diesem Abend habe ich Mädchen- und Frauengeschichten (Volksmärchen) erzählt und einem kleinen Vortrag über die jüdische Kinderbuch- und Radioautorin Ilse Weber, geborene Herlinger, gehalten, die im KZ Auschwitz ermordet wurde. Außerdem habe ich eines ihrer Märchen erzählt.
    Mich haben sowohl die Märchen von Ilse Herlinger als auch ihre Gedichte so stark berührt, dass ich einen „Ilse-Weber-Abend“ plane.
  2. Die drei Reisen des Nasreddin Hodscha
    Über Nasreddin Hodscha werden nicht nur im Orient, sondern auch in Zentralasien und in China schöne Geschichten erzählt. Ich habe sie an diesem Abend zusammen mit Kathrin Hofmann und Zorica Otto in Form von drei Reisen, nämlich nach Mekka, nach Usbekistan und nach Slowenien präsentiert. Das ließe sich noch weiter ausbauen mit anderen Geschichten.
  3. Standortbestimmung – Welche Geschichte erzähle ich mir über mich selbst und mein Leben?
    Ist mein Leben eine Kette von Verlusten oder die Geschichte eines erfüllten Lebens? Es ist ein großer Unterschied, wie ich auf mein Leben schaue. Genauer habe ich das in meinem Blogartikel „Anna, die verborgene Heldin aus „Gerade genug““ geschildert. Dieses Märchen habe ich auch bei meinem Workshop beim Frauentreffen der Turner-Syndrom-Vereinigung erzählt und mir das ganze Wochenende Zeit genommen für „Den Baum des Lebens“, bei dem jede Teilnehmerin eine Standortbetimmung machen und wertschätzend auf sich und ihr Leben schauen konnte. Diesen Workshop möchte ich gerne öfter anbieten.
Elektrosamowar

Elektro-Samowar

Märchenerzählen und Politik

Was hat Märchenerzählen mit Politik zu tun? Im Grunde genommen nicht allzuviel, wenn ich nicht innerhalb der letzten zwei Jahre zwei meiner Angebote aus dem Programm hätte nehmen müsssen.

Schweren Herzens habe ich von „Märchen aus den Samowar – Russische Märchen und Samowartee“ verabschiedet. Kann man gemütlich um einen Samowar herumsitzen und die russische Teekultur feiern während Russland einen Krieg gegen die Ukraine führt, wenn der Alte und die Alte, die auf dem Land leben und die oft die Held*innen der russischen Märchen sind, sich von Putins Erzählungen beeinflussen lassen und es ihre Söhne sind, die als Soldaten in den Krieg ziehen und verletzt oder getötet werden?
Ich kann es nicht.

Auch „Die Kraft der Gemeinschaft“ nehme ich aus aktuellen Anlass aus dem Programm. Bei diesem Angebot habe ich Märchen aus dem jüdischen, christlichen und islamischen Kulturkreis erzählt und mich oft daran gefreut, dass ich dieselbe Geschichte mit einem jüdischen Helden, wie König Salomo oder einem Helden aus dem Islamischen Kulturkreis, wie Nasreddin Hodscha, erzählen kann.
Aber wer kann sich ein vergnügtes Beieinandersitzen nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am
7. Oktober 2023 und dem Krieg im Gaza-Streifen noch vorstellen?
Auch das kann ich nicht.

Arbeit und Vergnügen im Verein

 Mein Lieblingsverein – Die Turner-Syndrom-Vereinigung Dtl. e.V.

  1. Weibertreffen
    Jedes Jahr beginnt mein Vereinsjahr mit dem Weibertreffen. Das ist das Treffen für die Mädchen mit UTS und ihre Schwestern oder Cousinen oder Freundinnen… so genau nehmen wirs nicht, Hauptsache es sind Mädchen und sie sind zwischen 12 und 19 Jahre alt. Seit 2003 gibt es dieses Treffen, weil es die Mädchen beantragt haben. Seit dieser Zeit organisiere ich dieses Wochenende und bin dort auch als Referentin tätig.
    Ich freue mich jedes Jahr darauf, die Mädchen wiederzusehen und neue Mädchen kennenzulernen. Es berührt mich jedes Mal zu sehen, wie die Mädchen einander näher kommen und wie sie sich gegenseitig unterstützen und miteinander Spaß haben. Entgegen anderslautenden Gerüchte sprechen wir nicht die ganze Zeit über das UTS. Das Treffen bietet aber den Raum offen über das UTS zu sprechen, wenn die Mädchen das wollen. Das geht bis heute im Alltag oft nicht, weil die Angst vor einem „Outing“ bei den Mädchen oft groß ist. Das Sprechen über das UTS ist immer noch nur punktuell möglich.
  2. Frauentreffen
    Ich war jahrzehntelang eine der Nutznießerinnen des Frauentreffens. Wir haben nächtelang geredet (schlafen kannst du an einem anderen Wochenende), viel miteinander gelacht und mit ganz verschiedenen Referentinnen gute Erfahrungen gemacht.
    Es ist mir eine große Ehre, nun selbst Referentin beim Frauentreffen zu sein. Dieses Jahr habe ich eine faszinierende Übung aus der Narrativen Psychologie mit den Frauen gemacht: „Der Baum des Lebens“ ist wunderbar strukturiert. Auf einen Blick findest du alles, was in deinem Leben wichtig war, ist und sein wird.
  3. Jahrestreffen
    Dieses Treffen organiesiere ich seit 20 Jahren mit einem Orgateam. Auch wenn uns nicht immer alles gelingt, so bin ich doch sehr stolz auf mein Team, das wunderbar zusammenarbeitet.
    Bei jedem Jahrestreffen biete ich 60 Minuten Märchenzeit in einer Abendrunde an. Die Abendrunden sind der Übergang von den Workshops und Vorträgen des Tages zur Freitzeitgestaltung am Abend. Dieses Jahr waren es  20 Teilnehmende. Ich habe mich so gefreut!
  4. Die Ullrich-Turner-Syndrom-Nachrichten – Das Magazin der Ullrich-Turner-Syndrom Vereinigung
    Ich habe schon viele Artikel für das Magazin geschrieben, lese Korrektur und habe auch das ein oder andere meiner Fotos im Rahmen eines Artikels im Magazin veröffentlicht. Dieses Jahr hat es eines meiner Fotos auf die Titelseite geschafft!
Blühende Sonnenblumen vor Birkenstamm

© Förderverein Mongolei: Galsan Tschinag nimmt die Kassette mit den Blättern entgegen

Ein Blatt für Galsan

Galsan Tschinag, der tuwinisch-mongolische Autor, wird dieses Jahr 80 Jahre alt. Um ihn zu ehren hatte sich der Vorstand des Fördervereins Mongolei etwas Besonderes ausgedacht: Jedes Mitglied durfte „ein Blatt für Galsan“ gestalten. Das waren eine oder zwei DIN A4-Seiten mit Bild und Text. Die Gestaltung war voillkommen frei. Ich habe in märchenhafter Form die Geschichte meiner Beziehung zu Galsan erzählt.

Noch vor ein paar Jahren hätte ich mich das nicht getraut, schließlich ist er der Autor.

Inzwischen wurden alle Blätter, die in einer Kassette gesammelt wurden, an Galsan überreicht. Er hat sich sehr gefreut, heißt’s.

Auf dem Südfriedhof in Nürnberg

Abschied

Auch in diesem Jahr musste ich von einem guten Kameraden Abschied nehmen. Dieses etwas altmodisch klingende Wort passte zu Thomas ganz genau.

Kennengelernt habe ich ihn als Chefin des Märchenzirkels, der sich von 2008 – 2022 im Loni-Übler-Haus, einem Kulturladen der Stadt Nürnberg getroffen hat. Dort trifft sich auch das Männerforum, dem Thomas angehörte. Wir sind uns bei einem der zahlreichen Feste, bei denen wir unsere Gruppen vertraten, ins Gespräch gekommen und fanden schnell eine gemeinsame Ebene.

Zusammen mit Hella Rißmann und Reingard Fuchs habe ich auf seine Initiative hin bei einem Treffen des Männerforums Märchen erzählt.

Er ist 2022 an seinem Geburtstag zu einem Märchenabend zu Märchen im Turm gekommen. Ich hatte Probleme mit meinem Auto und wirklich Angst, dass es auf dem Heimweg stehen bleiben würde. Er hat mir angeboten: „Fahr nach Hause und wenn etwas ist, rufst du mich an. Dann komme ich. Wenn du heil nach Hause gekommen bist, gibst du mir Bescheid.“ Das fand ich sooo nett und fuhr einigermaßen ruhig und gelassen nach Hause, ohne ihn anrufen zu müssen.

Außerdem engaierte er mich als Märchenerzählerin beim 70. Geburtstag seiner Mutter.

Ich habe mich sehr gefreut, als sie mich dieses Jahr persönlich fragte, ob ich bei der Feier ihres 75. Geburtstags erzählen wollte.

Aber es sollte ganz anders kommen. Thomas hatte erst ein paar Wochen vorher die vernichtende Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ bekommen und starb an dem Abend, an dem das Fest geplant war.

Glücklicherweise wurde ich zu der Trauerfeier eingeladen, so dass ich mich von ihm verabschieden konnte.

Erzählerin Bettina von Hanffstengel

Meine drei liebsten Blogartikel aus dem Jahr 2023

Ich bin dieses Jahr mit der Anzahl meiner Blogartikel zufrieden. Ich habe zwar nicht jede Woche einen Blogartikel veröffentlicht, aber ich bin auf einem guten Weg, denn es waren 42 Blogartikel in diesem Jahr. Auf Anregung von Judith Peters habe ich einen Aprilscherz gemacht und einen Artikel über  „Katzenmeditation – neu Japan“, geschrieben. Es macht mir immer wieder Spaß anderen kleine, harmlose Streiche zu spielen. Außerdem liebe ich Aprilscherze und freue mich diebisch, wenn ich nicht auf sie reinfalle. Der Artikel Was will ich als Märchenerzählerin und freiwillig Engagierte bewirken? war ein Befreiungsschlag für mich, weil ich zum ersten Mal davon geschrieben habe, das Ullrich-Turner-Syndrom (UTS) zu haben. Das macht mich als Person und Märchenerzählerin greifbarer. Außerdem kann ich endlich über meinen Lieblingsverein schreiben, ohne das Gefühl zu haben, mich zu verplappern! Und last, but not least, mein Artikel über Gebogener Pfeil. Die gleichnamige Heldin des Märchens, das zu meinen Lieblingsmärchen gehört, folgte ihrem Herzen und erreichte das Beste für sich und ihr Volk.

Mein Motto für das Jahr 2024: „Mehr Zeit für mich“ oder „Weniger vornehmen – mehr umsetzen“

Ich habe dieses Jahr sehr viel gemacht und mir noch mehr vorgenommen. Sehr oft bin ich dieses Jahr hechelnd am Rand gesessen und musste eine Pause machen, weil ich einfach nicht mehr weitermachen konnte.

Ich hatte mir zu viel vorgenommen und vollkommen unterschätzt, wie anstrengend der Prozess der Sichtbarwerdung für mich ist. Den Glaubenssatz „Es ist besser für mich unauffällig zu sein, als negativ aufzufallen!“  hinter mir zu lassen, war das härteste und anstrengendste Stück Arbeit in diesem Jahr. Immer wieder stehe ich da und staune, wie selbstverständlich meine Kollegin Heike Appold Instagram, Facebook und WhatsApp nutzt.

2024 will ich das anders machen: Ich will genau überlegen, was jetzt gerade wichtig ist, mir nur wenige Ziele setzen, meine Projekte genau planen und auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten.